Atec Minitube — kompakte Membranfiltrationsanlage für Prozessbäder
Der Atec Minitube ist eine vollautomatische Cross-Flow-Membranfiltrationsanlage für Prozessbäder bis ca. 10 m³ – auf 0,72 m² Standfläche, kleiner als eine Europalette. Er verlängert die Standzeit des Bades und senkt die Betriebskosten für Medien, Wasser und Entsorgung.
Der Minitube ist die kleinste Atec-Anlage und zugleich ein vollwertiges Cross-Flow-System. Am häufigsten kommt er in Entfettungs-, Wasch- und Reinigungsbädern sowie Spülen zum Einsatz. Bei der Prozessbadaufbereitung arbeitet er im Bypass am bestehenden Bad – Prozess und Badchemie bleiben unverändert.

Der Minitube auf einen Blick
- bis ca. 10 m³Badvolumen
- 0,72 m²Standfläche, 600 × 1.200 mm – kleiner als eine Europalette
- bis zu 4Membrangehäuse, parallel durchströmt
- ab ca. 350 kgGewicht
- 0,1 µmtypische Trenngrenze in der Mikrofiltration
- bis zu 10frei einstellbare Programme für die Membranreinigung
Grundlage: Atec-Datenblatt Minitube, Stand 30.09.2026, und ergänzende Atec-Produktangaben.
Wofür der Minitube eingesetzt wird
Der Minitube ist für die Prozessbadaufbereitung kleiner und mittlerer Bäder ausgelegt. Entfettungs-, Wasch- und Reinigungsbäder sowie Spülen sind die häufigsten Anwendungen. Ebenso aufbereitet werden geeignete Beizbäder, Sealingbäder und Elektrolyte – etwa in der ECM-Elektrolytaufbereitung – sowie industrielle Prozessmedien und Abwasser. Bei Beizbädern werden typischerweise Partikel und Mikropartikel durch Mikro- oder Ultrafiltration entfernt. Die passende Membran und Anlagenausführung richten sich nach der Badchemie und der konkreten Trennaufgabe.
Längere Standzeiten und geringere Betriebskosten
- Bei Entfettungsbädern verlängert sich die Badstandzeit typischerweise auf das Drei- bis Zehnfache der bisherigen Standzeit.
- Ziel ist ein möglichst hoher bis vollständiger Erhalt der nutzbaren Badbestandteile
- Weniger Frischwasser, weniger Badchemie, weniger Abwasser zur Entsorgung
- Hohe Aufkonzentration der abgetrennten Verschmutzung und damit weniger Abfall
Bei Reinigungsbädern zusätzlich: bessere Bauteilsauberkeit
- Gleichbleibende Badqualität statt schwankender Reinigungsleistung zwischen zwei Badwechseln
- Weniger Restschmutz auf den Bauteilen
Aufbau und Funktionsweise
Bei der Prozessbadaufbereitung fördert eine Ansaug- und Druckpumpe einen Teilstrom aus dem bestehenden Bad in den geschlossenen Filtrationskorpus. Darin stehen bis zu vier konzentrisch angeordnete Membrangehäuse mit je einer Membran. Das Filtrat fließt gereinigt in das Bad zurück, die abgetrennte Verschmutzung wird aufkonzentriert. Bei langen oder schwierigen Ansaugwegen kann eine zusätzliche Ansaugpumpe eingesetzt werden.
Das Medium überströmt die Membranen mit hoher Geschwindigkeit. Diese Cross-Flow-Strömung hält die Deckschicht auf der Membran gering und ermöglicht einen hohen, stabilen Filtratfluss über lange Betriebszeiten. Je nach Modell erzeugt eine Kreiselpumpe oder ein Atec-Strömungserzeuger die Überströmung; der Filtrationsdruck wird getrennt davon erzeugt.
Beim Minitube bedeutet das: Druck und Überströmung lassen sich getrennt auf das Medium einstellen, jede Membran lässt sich einzeln überwachen und kann bei Bedarf einzeln ausgetauscht werden. In den bis zu vier Membrangehäusen können auch unterschiedliche Membranen gleichzeitig arbeiten. Die Anlage arbeitet mit geringem Energieverbrauch und niedrigem Prozessdruck. Wie Entkopplung und Parallelbetrieb im Einzelnen funktionieren, beschreibt die Seite „Verfahrensprinzip: Entkopplung und Parallelbetrieb“.
Membranen und Trenngrenze
Standard im Minitube sind keramische Rohrmembranen; andere Membrantypen sind möglich. Mit Abstand am häufigsten ist die Mikrofiltration mit 0,1 bis 0,2 µm. Sie wird zur Abtrennung emulgierter Öle und Fette, von Partikeln und Bakterien eingesetzt. Die konkrete Trennleistung hängt vom Medium und der Membranauswahl ab. Ultrafiltration kommt dort zum Einsatz, wo zusätzlich höhermolekulare gelöste Stoffe zurückgehalten werden sollen. Mehr zu Membranwerkstoffen und Bauformen steht auf der Seite „Verfahrensprinzip: Entkopplung und Parallelbetrieb“.
Technische Daten
| Merkmal | Ausführung |
|---|---|
| Abmessungen (L × B × H) | ca. 1.200 × 600 × 2.400 mm |
| Standfläche | 0,72 m² – kleiner als eine Europalette |
| Gewicht | ab ca. 350 kg |
| Badvolumen | Prozessbäder bis ca. 10 m³ |
| Membrangehäuse | bis zu 4, parallel durchströmt |
| Membrantyp | Standard: keramische Rohrmembranen; andere Membrantypen möglich |
| Trenngrenze | Mikrofiltration typisch ca. 0,1 µm; Ultrafiltration z. B. 25 kDa |
| Membranlänge | Standard 1.200 mm; andere Längen möglich |
| Cross-Flow-Erzeugung | je nach Modell Kreiselpumpe oder Atec-Strömungserzeuger |
| Pumpen | Ansaug- und Druckpumpe aus Edelstahl; Filtratpumpe und zusätzliche Ansaugpumpe optional |
| Vorfilter | 150 µm aus Edelstahl; andere Maschenweite möglich |
| Werkstoffe | Rahmen Edelstahl 1.4301; Membrangehäuse und Tanks Edelstahl 1.4571 |
| Steuerung | Siemens SIMATIC S7-1500 mit Touch-Bedienpanel Siemens KTP400 Basic; Schaltschrank Rittal |
| Fernwartung | IXON-Fernwartungsmodul, Internetverbindung per SIM-Karte, LAN oder WLAN |
| Signalaustausch (optional) | Busverbindung, z. B. Profinet, oder Hartverdrahtung |
Grundlage: Atec-Datenblatt Minitube, Stand 30.09.2026, und ergänzende Atec-Produktangaben. Das Gewicht hängt von der Ausführung und Ausstattung ab. Kunden- und projektspezifische Anforderungen können berücksichtigt werden.
Vollautomatischer Betrieb und Fernwartung

Atec-Anlagen arbeiten vollautomatisch. Eine Besonderheit ist die Verbindung aus hohem Automatisierungsgrad und umfangreichen Einstellmöglichkeiten am Touch-Bedienpanel (HMI) – auch bei einer kleinen und kompakten Anlage wie dem Minitube. Anwender passen die Betriebsparameter an ihr Prozessmedium an, der Automatikbetrieb setzt die Einstellungen um. Bei Reinigungsbädern lässt sich optional über die automatische Nachschärfung des Reinigers durch die Atec-Anlage eine nahezu automatische Badkontrolle und -pflege realisieren.
- Umfangreiche Sensorik zur Erfassung der Prozessparameter und zur Überwachung des vollautomatischen Anlagenbetriebs
- Optional weitere Sensorik zur Badüberwachung, zum Beispiel pH, Brix oder Oberflächenspannung
- Frequenzumrichter für Druckregelpumpe und Cross-Flow-Erzeugung
Über den Fernzugriff kann Atec bei der Bedienung unterstützen, gemeinsam mit dem Betreiber die Betriebseinstellungen optimieren und bei Bedarf Anpassungen an der Anlagensoftware vornehmen.
Automatische Membranreinigung
- Zwei Dosierpumpen dosieren sauren und alkalischen Membranreiniger vollautomatisch
- Sauglanzen mit Leermelder für Membranreinigerkanister (bei Atec erhältlich)
- Bis zu 10 frei wählbare und individuell anpassbare Reinigungsprogramme
- Verschiedene Auslösekriterien für den automatischen Start der Reinigung einstellbar
- Geringer Chemikalienverbrauch durch kleine Behältervolumina
Ausführungen und Bezugsmodelle
- Minitube in Standardausführung
- Hochtemperaturversion
- Versionen für Laugen- und Säurefiltration
- Als Containeranlage in 10, 20 oder 40 Fuß, komplett vormontiert und im Werk getestet
Der Minitube ist als Kauf, Miete oder Mietkauf erhältlich.

Nachrüstung am bestehenden Bad
Fast alle Atec-Anwendungen sind Retrofit. Als Retrofit zur bestehenden Reinigungs- oder Behandlungsanlage wird der Minitube neben das Bad gestellt und filtert es im Bypass. Prozess und Badchemie bleiben unverändert.
- Erstgespräch zu Bad, Verschmutzung und Ziel
- In der Regel Versuche mit einer Atec-Versuchsanlage direkt beim Kunden vor Ort
- Auslegung auf das konkrete Medium und die Kundenanforderungen: Auswahl von Anlagenversion und -größe, Membranen und weiteren Optionen
- Aufstellung und Inbetriebnahme am bestehenden Bad
Bauseitig werden eine geeignete Aufstellfläche sowie die anwendungsbezogenen Medien- und Elektroanschlüsse benötigt. Mit 0,72 m² Standfläche passt der Minitube auch in beengte Hallen und Technikräume. Zusätzlicher Platz für Bedienung, Wartung und Anschlüsse ist bei der Aufstellung zu berücksichtigen.

Kundendienst und Membranwechsel
Der Kundendienst erfolgt im Rhythmus von 6 bis 12 Monaten. Bei keramischen Membranen ist heute kein regelmäßiger Austausch mehr nötig; bei Standardanwendungen wie der Entfettungsbadpflege kann von einer Lebensdauer von vielen Jahren ausgegangen werden. Ein Wechsel erfolgt bei Bedarf und kann im Rahmen des Kundendienstes erledigt werden.
Häufige Fragen zum Minitube
Für welche Badgröße ist der Minitube geeignet?
Für kleine und mittlere Prozessbäder bis ca. 10 m³ Badvolumen. Bei größeren Bädern bis über 100 m³ oder höheren Volumenströmen kommt der Atec Miditube infrage. Beide Anlagen können auch für industrielle Abwasserströme ausgelegt werden; die Auswahl richtet sich nach dem Medium und der erforderlichen Filtrationsleistung.
Wie viel Platz braucht der Minitube?
Die Anlage misst ca. 1.200 × 600 × 2.400 mm. Die Standfläche beträgt 0,72 m² und ist damit kleiner als eine Europalette. Zusätzlicher Platz für Bedienung, Wartung und Anschlüsse ist bei der Aufstellung zu berücksichtigen.
Muss ich meine Reinigungsanlage umbauen?
Nein. Der Minitube filtert das bestehende Bad im Bypass. Prozess und Badchemie bleiben unverändert. Bauseitig werden eine geeignete Aufstellfläche sowie die anwendungsbezogenen Medien- und Elektroanschlüsse benötigt.
Für welche Bäder wird der Minitube am häufigsten eingesetzt?
Für Entfettungs-, Wasch- und Reinigungsbäder sowie Spülen. Ebenso aufbereitet werden geeignete Beizbäder, Sealingbäder und Elektrolyte, etwa in der ECM-Elektrolytaufbereitung.
Wie viel Bedienaufwand entsteht im Betrieb?
Der Minitube arbeitet vollautomatisch, auch die Membranreinigung läuft automatisch mit bis zu 10 einstellbaren Programmen. Durch die automatische Filtration und Membranreinigung bleibt der laufende Bedienaufwand gering. Am Touch-Bedienpanel lassen sich die Betriebsparameter an das Medium anpassen; über Fernwartung unterstützt Atec bei Bedienung und Optimierung.
Kann ich den Minitube mieten?
Ja. Der Minitube ist als Kauf, Miete oder Mietkauf erhältlich.